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Veranstaltung

Titel:
International MANEO Conference 2017, Berlin
Startdate:
Do, 30. November 2017 09.00
Enddate:
Fr, 1. Dezember 2017 14.00
Wo:
Berlin, BE
Kategorie:
VelsPol Deutschland
International MANEO Conference 2017, Berlin

Beschreibung

Informationen zur Conference und zur Anmeldung: http://imc.maneo-forum.eu/

Bündnisse schaffen. Ausgrenzung und vorurteilsmotivierte Kriminalität gegen LSBT* verhindern. Gewaltprävention zwischen Selbsthilfe und Professionalität.

 

Vorträge, Workshops und Austausch – Erkenntnisse und Erfahrungen aus Wissenschaft und Praxis.

 

Vom 30.11. bis zum 01.12.2017 laden wir zur International MANEO Conference Berlin 2017 (IMC 2017) unter dem Thema „ Bündnisse schaffen. Ausgrenzung und vorurteilsmotivierte Kriminalität gegen LSBT* verhindern. Gewaltprävention zwischen Selbsthilfe und Professionalität“ ein.

Eine Demokratie zeichnet Grundwerte wie Gleichberechtigung und Vielfalt aus: wir sind alle unterschiedlich und doch gleichwertig und gleich vor dem Gesetz. Damit diese Prinzipien gelten, muss eine Demokratie gelebt und verteidigt werden. Dazu gehören Aufklärung und Bildung, dazu gehören Prävention und Strafverfolgung und dazu gehören Austausch, Netzwerke und Bündnisse. ‚Gay-Straight-Alliances‘ setzen positive Zeichen, um Menschen mit ihren unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und Identitäten miteinander zu verbinden. Der Begriff ‚Gay-Straight-Alliance‘ ist dem us-amerikanischen Wortschatz entnommen und bezeichnet ein Bündnis zwischen LSBT* und Heterosexuellen (straight), die Solidarität und Zusammenarbeit demonstrieren. Dass dies notwendig ist belegt die Tatsache, dass LSBT* nach wie vor Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt erfahren, sowohl in unseren demokratischen Gesellschaften als auch international – in Deutschland, in Europa, weltweit.

Mit unserer Konferenz fokussieren wir drei Themenbereiche, in denen sich ‚Gay-Straight-Alliances‘ beweisen müssen: zum einen im Dialog zwischen Strafverfolgungsbehörden und LSBT*, des Weiteren bei Maßnahmen der kommunalen Gewaltprävention hinsichtlich Gefahren und Gefährdern und schließlich im Austausch von Expertenwissen zwischen Wirtschaft und Anti-Gewalt-Projekten hinsichtlich der Entwicklung wirksamer Maßnahmen zum Aufbau von ‚Gay-Straigh-Alliances‘. Mit der Konferenz wollen wir vor allem Expertinnen und Experten aus der Praxis zusammenführen und uns über ‚best-practice‘-Modelle austauschen, um einen Weg zu finden, in diese Arbeit mehr Professionalität zu bringen. Ziel ist es, mit den Ergebnissen die eigene Arbeit zu fördern und auszubauen.

 

Auf unserer Fachkonferenz wenden wir uns drei Themenschwerpunkten zu.

 

1.     Thema (Panel 1): Das Verhältnis zwischen LSBT*-Ansprechpersonen bei der Polizei und LSBT*-Anti-Gewalt-Projekten

Das Verhältnis zwischen LSBT* und Strafverfolgungsbehörden ist auch in demokratischen Gesellschaften noch immer schwierig. Brücken, über die konstante Arbeitskontakte und Kommunikation verlaufen, sind eher eine Ausnahme. Dort, wo sie existieren, werden gesellschaftliche Veränderungen hinsichtlich Toleranz und Akzeptanz gegenüber sexuellen Minderheiten oder auch aktuelle Ereignisse als seismographische Ausschläge oder auch als Erschütterungen registriert. Für Stabilität und Entwicklung sorgen schließlich zielgruppenspezifische schwule, lesbische, trans* oder LSBT*-Anti-Gewalt-Projekte (AGP) einerseits und LSBT*-Ansprechpersonen bei den Strafverfolgungsbehörden andererseits, aber auch nur dann, wenn deren Arbeit professionell, vor dem Hintergrund interdisziplinärer Herausforderungen, fachlich-qualifiziert ausgerichtet ist. Der kontinuierliche Dialog bzw. ein stetes Monotoring über Erkenntnisse und Defizite befördert Wissenstransfer, Vertrauen und Verständnis für Veränderungen, damit Fortschritte in der Bekämpfung und Prävention homophober und trans*phober Vorurteilskriminalität (z.B. in d

er Schulung und Ausbildung, beim Erkennen und Erfassen, Effizienz in der Gewalt- und Kriminalprävention, in der Opferhilfearbeit).

Das teils über Jahrzehnte gesammelte Wissen durch sowohl AGPs als auch LSBT*-Ansprechpersonen seitens der Strafverfolgungsbehörden muss an nachrückendes Personal bzw. neu geschaffene Stellen  weiter gegeben werden, eben um Arbeitsqualität sicher zu stellen, und den Dialog zu erhalten.

Fragen für Workshops:

Ist es sinnvoll, LSBT*-Ansprechpersonen bei der Polizei einzusetzen und ebenso LSBT*-AGPs aufzubauen und zu fördern? Welche Rolle spielen sie als zielgruppenspezifische Stellen in der Zusammenarbeit zwischen LSBT*-Szenen und Polizei? Was können sie als Dialogpartnerinnen und -partner für die Zielgruppen tatsächlich bewirken? Wie kann deren Arbeit mehr Professionalität und damit auch Qualität und Kontinuität erhalten?

 

 

2.     Thema (Panel 2): Zielgruppenspezifische Gewalt- und Kriminalprävention als kommunale Aufgabe

Demokratische Gesellschaften befinden sich fortlaufend im Wandel. Je gefestigter demokratische Prinzipien in einer Gesellschaft verankert sind, desto lebendiger kann sich eine Gesellschaft in Vielfalt und Toleranz entfalten. Grundwerte müssen jedoch auch gelebt und gegenüber Ideologien der Ungleichwertigkeit und menschenverachtender Hassgewalt verteidigt werden. Fortlaufende Ausgrenzung und vorurteilsmotivierte Kriminalität, eben jede Form von gruppenbezogener Hassgewalt, kann Demokratien erschüttern und Gesellschaften spalten. Deshalb muss es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein, vorurteilsmotivierte Gewalt zu bekämpfen. Strafverfolgung kann wie ein Schutzschild für Menschenrechte wirken.

Die Bekämpfung vorurteilsmotivierter Gewalt gegen LSBT* wäre damit auch eine kommunale Aufgabe. Sie darf in ihrer Verantwortung nicht an die Gruppe der LSBT* ‚weg-delegiert‘ werden. Maßnahmen der Gewalt- und Kriminalprävention müssen gemeinsam entwickelt, LSBT*- Veranstaltungen und Orte mit einbezogen werden, beispielsweise in Form nachbarschaftsorientierte Kriminalpräventionsarbeit (‚Community Policing‘). Maßnahmen berücksichtigen die strafrechtliche Verfolgung von homophober und trans*phober Vorurteilskriminalität und gehen außerdem auf Gefahrensituationen und Gefährder ein. Wie ernst es eine Kommune meint zeigt sich an ihrem Engagement.

Die fehlende öffentliche Aufmerksamkeit und das mangelnde Interesse gerade auch von Kommunen wurden wiederholt von LSBT* kritisiert. Die fehlende öffentliche Reaktion auf „Orlando“ wurde in Deutschland zu einem messbaren Beleg.

Fragen für Workshops:

Wie kann dazu beigetragen werden, dass Gewalt- und Kriminalprävention in den LSBT*-Szenen und für die LSBT*-Szenen zu einer kommunalen Aufgabe wird? Welche Maßnahmen erscheinen hinsichtlich Gefahren, welche bezüglich Gefährdungen sinnvoll? Wie kann Professionalisierung, Qualität und Kontinuität auf Seiten der Ansprechpersonen gefördert werden?

 

 

3.     Thema (Panel 3): Empowerment und Bündnisse über ‚Gay-Straight-Alliances‘

Mit dem Ziel, Homophobie und Trans*phobie sowie vorurteilsmotivierte Gewalt gegenüber LSBT* zu bekämpfen und zu überwinden, richten sich Empowerment-Maßnahmen darauf, Selbstbewusstsein und Handlungskompetenzen von LSBT* zu stärken, damit garantierte Rechte in Anspruch genommen werden. Um Empowerment, Solidarität und Prävention zu fördern, werden in vielen Bereichen sogenannte ‚Gay-Straight-Alliances‘ gebildet. Sie sollen jedoch möglichst viele Menschen ansprechen und erreichen und ein deutliches Signal an jene senden, die meinen, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren und ausgrenzen zu können. Bündnisse entwickeln sich auf verschiedenen Ebenen, beispielsweise an Schulen oder im Sport oder als Diversity-Gruppen in Unternehmen.

Anders als in selbstgewählten sozialen Gruppen müssen in der freien Wirtschaft viele unterschiedliche Menschen miteinander auskommen. Zahlreiche große Wirtschaftunternehmen haben festgestellt, dass ein respektvoller Umgang unter Angestellten unterschiedlicher Identitäten für ein gutes Arbeitsklima sorgt und damit geschäftsfördernd ist. Viele Unternehmen sind deshalb bemüht, Wissen über Diversity zu fördern und darüber das innerbetriebliche Klima zu verbessern. Sie unterstützen innerbetriebliche Kommunikation und Netzwerkbildungen ebenso Außenaktivitäten. Dazu gehören innerbetriebliche LSBT*-Netzwerke oder deren sichtbare Auftritte auf LSBT*-Veranstaltungen.

In diesem Zusammenhang stehen Maßnahmen und Strategien von Wirtschaftsunternehmen im Blickpunkt, die geeignet sind, Menschen anzusprechen und Netzwerkbildungen in Form von ‚Gay-Straight-Alliance‘ zu entwickeln. Es geht um den Austausch von Erfahrungen mit Wirtschaftsunternehmen über wirksame Maßnahmen, die Solidarität und Toleranzbildung unterstützen.

Fragen für Workshops:

Wie müssen Bündnisse wirken und arbeiten und welche Maßnahmen sind nötig, damit sich in Firmen ‚Gay-Straigh-Alliances‘ entwickeln können? Welche Perspektiven hinsichtlich Kontinuität und Professionalität sind erforderlich, damit sie Anwendung finden und sich durchsetzen können? Welche Maßnahmen haben sich in der Wirtschaft bezüglich ‚best practice‘ bewährt?

Veranstaltungsort

Standort:
Rotes Rathaus
Straße:
Rathausstraße 15
Postleitzahl:
10178
Stadt:
Berlin
Kanton:
BE
Land:
Germany
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