Homomahnmal

Alljährlich wird am 27. Januar den Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas führten aus diesem Grund einerGedenkfeier am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen durch. Die Gedenkrede hielt an diesem Tag Petra Köpping, die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration.

Neben vielen Vertretern aus dem Deutschen Bundestag, dem Berliner Abgeordnetenhaus und zahlreichen Vereinen und Verbänden nahmen auch der Bundesvorstand und Vertreter von VelsPol Berlin-Brandenburg an der Veranstaltung teil und gedachten den Opfern der Nazidiktatur. Im Namen des Verbandes lesbischer und schwuler Polizeibediensteter in Deutschland (VelsPol Deutschland) wurde ein Gedenksteck am Mahnmal niedergelegt.

Die Nationalsozialisten hielten Homosexualität für eine „widernatürliche Veranlagung“, für eine den so genannten „Volkskörper“ schädigende „Seuche“, die „auszurotten“ sei. Schon kurz nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurden im März 1933 die schwulen und lesbischen Lokale Berlins geschlossen. Die vollständige Infrastruktur der ersten deutschen Homosexuellenbewegung, Lokale, Vereine, Verlage sowie Zeitschriften wurden aufgelöst, verboten, zerschlagen und zerstört. Im Herbst 1934 setzte die systematische Verfolgung homosexueller Männer ein. Über 100.000 Männer wurden polizeilich erfasst und rund 50.000 nach den Strafrechtsparagrafen 175 und 175a verurteilt. Etwa 10.000 schwule Männer wurden in Konzentrationslager verschleppt. Etwa 5.000 Männer überlebten diese Qualen nicht.